Wer in Silber investiert hat, musste seit April 2013 Werteinbußen von einem Viertel seines Investments hinnehmen. Gemessen an ihrem letzten Höchststand im April 2011 (mehr als 40 Dollar) hat die Feinunze Silber sogar die Hälfte ihres Wertes verloren, denn nach Pfingsten dieses Jahres kostete sie nur noch knapp über 20 Dollar. Damit hat Silber eine noch dramatischere Talfahrt hinter sich als der „große Bruder“: Gold büßte im gleichen Zeitraum rund 15 Prozent seines Wertes ein.

Der Auslöser des Preisrutsches bei Edelmetallen in den vergangenen zwei Monaten ist für die meisten Marktexperten nach wie vor ein Rätsel. Zwar befürchteten Analysten schon lange eine Blase, dennoch war es eine Überraschung, als sich Anfang April dieses Jahres auf einen Schlag viele Großinvestoren wie etwa Versicherungsfonds aus dem Markt für Edelmetalle schlagartig zurückzogen. Börsengehandelte Goldfonds veräußerten daraufhin rund 400 Tonnen Gold – eine Menge von mehr als zehn Prozent des gesamten Goldvorrats der Bundesrepublik Deutschlands.

Silber hat noch mit einem zusätzlichen Problem zu kämpfen: der wirtschaftlichen Konjunktur. Denn Silber ist nicht nur Anlageobjekt, sondern auch Industrieprodukt. Da es Strom leitet, findet Silber häufig als Lötstoff Verwendung und wird vor allem in Elektronikgeräte eingebaut. Zuletzt hatte sich der Rohstoffbedarf der wirtschaftlichen Zugmaschine China merklich abgekühlt, während das Wachstum in Europa nach wie vor nicht in Schwung kommt – eine schwere Bürde für Silber, dessen Preis sich wohl erst dann wieder stabilisiert, wenn auch die Wirtschaft wieder anzieht.

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