Bevor man ab dem 18. Jahrhundert die Edelsteine erforschte und sehr viel mehr über sie erfuhr, wurden alle grünen Edelsteine als Smaragde bezeichnet. Das hängt mit der griechischen Herkunft des Wortes Smaragd zusammen. Im Altgriechischen stand das Wort „smaragdos“ für alle Edelsteine mit grünen Farbschattierungen. Der Smaragd gehört in der Mineralienfamilie zu den Beryllen. Er ist also der Bruder vom hellblauen Aquamarin, vom goldenen Heliodor und vom rosafarbenen Morganit. Für die leuchtend grüne Farbe des Smaragds sind Anteile von Eisen, Vanadium und Chrom verantwortlich. Je nach umfänglichen Anteilen der einzelnen Minerale ergeben sich unterschiedlich intensive Grüntöne. Außerdem können auch sichtbare Anteile von Blau, Braun oder Gelb für verschiedene Farbeffekte sorgen. Das deutlichste Charakteristikum des Smaragds ist jedoch der achtkantige rechteckige Schliff mit einer großen Tafel. Die Fachwelt spricht vom „Smaragdschliff“, der auch für Diamanten gerne eingesetzt wird.

So sieht der Smaragdschliff aus

Der Smaragdschliff gehört zu den ersten Schliffvarianten, die in der Verarbeitung von Edelsteinen angewendet wurden. Ein Synonym für den Smaragdschliff ist der Begriff Treppenschliff. Dieser Ausdruck hängt mit dem Anblick zusammen, der sich von oben auf einen Stein im Smaragdschliff ergibt. Der Stein wird rechteckig geschliffen, mit jeweils doppelten Ecken, also mit insgesamt acht Ecken. Er behält oben eine flache Tafel, unter der zwei weitere Tafeln eingeschliffen sind, so entsteht der Eindruck von Stufen, die man mit den Augen hinabsteigt. Die Anzahl der Facetten kann variieren, doch beim klassischen Treppenschliff sind 57 zu verzeichnen, 25 davon auf der Oberseite des Steins und 32 auf der Unterseite. Sowohl bei Smaragden als auch bei Diamanten erfordert der Smaragdschliff Steine höchster Qualität. Der Schliff lässt keine Einschlüsse unsichtbar bleiben.

Der Smaragdschliff enthüllt jede Spur im Stein

Seit dem 16. Jahrhundert wird der hochwertigste Smaragd in Kolumbien abgebaut. In den dortigen Minen findet man die leuchtend grünen Steine, die die Basis für den Begriff „smaragdgrün“ bilden. Dieses Grün hat einen leichten Gelbanteil. Daraus werden von den Goldschmieden und Edelstein-Schleifern die hochwertigsten Schmuckstücke gefertigt. Sehr viel später, in den 1930er Jahren, hat man auch in Sambia Smaragdminen gefunden und die Steine abgebaut. Auch Smaragde aus Sambia sind bei Schmuckfreunden äußert begehrt. Sie unterscheiden sich in der Farbe von der Ware aus Kolumbien durch einen leichten Blaustich. Was den Verkaufswert betrifft, liegen Smaragde aus Kolumbien nach wie vor an der Spitze. Ein entscheidendes Kriterium für die Qualität eines Smaragds ist der so genannte „jardin“, französisch für Garten. So werden die Einschlüsse bezeichnet, die speziell für Smaragde typisch sind. Sie werden anders als bei anderen Edelsteinen nicht als Fehler oder Mangel eingestuft. Vielmehr gilt ein „jardin“ im Smaragd mit seinen zarten Linien als besonders attraktiv.

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