Ein Land in faktischer Zahlungsunfähigkeit, ein EU-Krisengipfel nach dem nächsten, Referendum, Bankenschließungen: Täglich jagt im Frühsommer 2015 eine Schreckensmeldung aus Griechenland die nächste. Wo die einen um ihre Ersparnisse bangen, profitieren für gewöhnlich die anderen – die Goldbesitzer. Von jeher gilt das Edelmetall als Krisenwährung, die alle Währungsturbulenzen überlebt und entsprechend einen „sicheren Hafen“ bietet.

Doch hat Gold in modernen Zeiten Gold als Krisenwährung ausgedient? Schon die Schuldenkrisen der Staaten nach der Lehman-Brothers-Pleite hatte den Preis für das Edelmetall nicht nennenswert in die Höhe getrieben. Und auch vom griechischen Finanzdrama kann Gold kaum profitieren. Zwar sei die Nachfrage nach Münzen und Barren durch griechische Kunden leicht gestiegen, berichten Händler. Doch der Preis ist nahezu unverändert.

Doch immerhin kann Gold damit dem grassierenden Werteverlust trotzen. In Griechenland rutschen die Preise in den Keller, und selbst der DAX gab innerhalb einer Woche um rund vier Prozent nach. Die Geschichte des Goldes als „Fluchtwährung“ scheint also noch nicht ganz zu Ende.

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