Größter Goldkristall der Welt identifiziert

Wir groß können Goldkristalle werden? Diese Frage beschäftigte die Geologen der Universität Miami/USA. Hintergrund: Ein Sammler hatte die Analyse eines Goldnuggets in Auftrag gegeben, das stolze 218 Gramm auf die Waage brachte. Doch würde es sich bei dem Goldklumpen um ein einziges Kristall handeln, ein sogenanntes „Einkristall“, wie es Gold – genauso wie andere Metalle auch – ausbildet? Oder ist es aus mehreren Kristallen zusammengesetzt?

Die Antwort wäre nicht nur von wissenschaftlichem Wert. Sollte es sich bei dem Nugget, das einst vor Jahrzehnten in einem Flussbett in Venezuela gefunden worden war, tatsächlich um ein Einkristall handeln, wäre es das größte Gold-Einkristall, das jemals entdeckt wurde. Seinen Wert schätzten die Experten in einem solchen Fall auf rund 1,5 Millionen Dollar.

Doch wie sollte man die Kristallstruktur untersuchen, ohne das gute Stück zu zerschneiden? Am Los Alamos National Lab fanden die Geologen schließlich die Lösung: Neutronenstreuung. Bei diesem Analyseverfahren werden ungeladene Neutronen auf das Objekt geschossen. Die Wissenschaftler messen, wie die kleinen Teilchen innerhalb des Metalls abgelenkt werden. Aus den „Flugbahnen“ können sie die Kristallstruktur berechnen.

Und tatsächlich: Bei dem Venezuela-Nugget handelt es sich um das größte Einkristall, das bislang gefunden wurde. Die Labor-Experten wollen das Verfahren jetzt dazu nutzen, um die Klärung der Frage zu unterstützen, auf welche Weise sich solche großen Gold-Kristalle überhaupt ausbilden.

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