Um das Thema „Gold“ kam man im Jahr 2020 kaum herum. Der Goldpreis stieg auf seinen bisherigen Höchstwert. Doch wussten Sie, dass die Goldnachfrage im Corona-Jahr dennoch zurückgegangen ist? Ganz offensichtlich waren von diesem Abschwung aber nicht alle Bereiche des Goldmarktes betroffen. Gerade die Nachfrage nach Gold-ETFs sowie nach physischen Goldanlagen stieg im Jahresverlauf deutlich an. Die Nachfrage durch die Zentralbanken und die Goldschmuck-Nachfrage gingen hingegen zurück.

Die Goldpreisentwicklung in 2020

Im Januar und Februar war noch nicht ersichtlich, wie durchwachsen das Jahr 2020 werden würde. Das kommende Auf und Ab hatte aber nicht nur immensen Einfluss auf das Leben eines jeden von uns, sondern auch auf den Goldpreis. Im März 2020, als die erste Pandemie-Welle ihren Lauf nahm, erlebten Goldanleger einen herben Rücksetzer. Der Goldpreis sank von knapp 1.675 Dollar mit einem Mal auf 1.467 Dollar pro Feinunze. Doch so schnell der Preis gefallen war, so schnell erholte er sich auch wieder. Ab diesem Zeitpunkt ging es mit dem Gold steil bergauf, bis es im September sein Allzeithoch von 2.063 Dollar pro Feinunze erreichte. Bis zum Jahresende kam es dann lediglich zu einem moderaten Abfall des Goldpreises. Auch der Ausgang der US-Wahl im November 2020 hatte, entgegen aller Erwartungen, keinen großen Einfluss auf die Goldpreis-Entwicklung und so schloss das Jahr 2020 mit einem Wert von 1.897 Dollar pro Feinunze ab.

Die Goldnachfrage in 2020

Das Gold hat sich im Jahr 2020 einmal mehr als sicherer Hafen erwiesen und auch die Corona-Pandemie konnte ihm nichts anhaben – zumindest seinem Wert nicht. Wie nämlich aus dem Jahresbericht des World Gold Councils hervorgeht, kam es im Jahr 2020 zu einem Absturz der weltweiten Goldnachfrage um ganze 14 Prozent – und verantwortlich dafür ist zweifelsohne die Covid-19-Pandemie.

Gegenüber 2019 sank die Nachfrage der Schmuckindustrie um 33 Prozent. Gründe dafür waren vor allem die anhaltenden sozialen Einschränkungen in vielen Ländern sowie die wirtschaftlichen Auswirkungen des Lockdowns. Auch die dauerhaft hohen Goldpreise in vielen Währungen sind nicht ganz unschuldig daran, dass weniger Schmuckkäufe getätigt und dadurch weniger Goldmengen durch die Schmuckindustrie nachgefragt worden sind. Noch größer waren die Einbußen bei den Zentralbanken. Sie fragten im Jahr 2020 insgesamt 59 Prozent weniger Gold nach, als in den vergangenen Jahren.

Dass es dennoch im Sommer und Herbst 2020 zu einem starken Anstieg des Goldpreises kam, ist vor allem auf die gestiegene Nachfrage nach goldgesicherten Exchange Traded Funds zurückzuführen. Die goldbesicherten ETFs verzeichneten über das gesamte Jahr hinweg einen Zufluss von 877 Tonnen Gold. Zwischen Oktober und Dezember wurden davon 130 Tonnen wieder verkauft, was den moderaten Abfall des Goldpreises zum Jahresende hin erklären könnte. Ende 2020 horteten die goldbesicherten ETFs somit 3751,5 Tonnen Gold mit einem Gegenwert von 228 Milliarden Dollar.

Eine hohe Nachfrage wurde im Jahr 2020 außerdem im Bereich der Goldbarren und -münzen verzeichnet. Im Jahresvergleich stieg die Nachfrage nach ihnen sogar um drei Prozent. Zurückzuführen ist das vor allem auf die Wirtschaft in Indien und in China, die sich in der zweiten Jahreshälfte wieder erholen konnte. Da Barren und Münzen besonders als physisches Anlagegold sehr beliebt sind, führt der World Gold Council den Goldpreisanstieg ganz klar auf die hohe Nachfrage durch Goldinvestoren in physisches Gold und in Gold-ETFs zurück. Insgesamt stieg die Investitionsnachfrage im Jahresvergleich im Jahr 2020 um 40 Prozent auf insgesamt 1.773,2 Tonnen – ein Großteil dieses Wachstums resultiert aber aus der Nachfrage nach den goldgesicherten Exchange Traded Funds (Gold-ETFs).

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Gerade die Nachfrage nach Gold-ETFs sowie nach physischen Goldanlagen stieg im Jahresverlauf deutlich.
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