Man kann sich mit Gold schmücken, aber man kann auch sehr viel Geld damit verdienen. Das ist möglich, wenn man sich gut im Goldhandel auskennt und weiß, wie man die Zahlung deutscher Steuern umgehen kann. Dies ist kürzlich in großem Rahmen geschehen. Unter dem Begriff „Goldfinger“ – so heißt einer der ersten James-Bond-Filme – spielten sich Geschäfte ab, die den Staat durch Goldhandel mutmaßlich um hunderte Millionen Euro geschädigt haben. Genaue Zahlen dürfen wegen des Steuergeheimnisses nicht veröffentlicht werden. Vor dem Landgericht Augsburg werden diese Geschäfte in einem umfangreich angelegten Prozess verhandelt. Gegen mehr als hundert Beschuldigte wird ermittelt, zunächst sind achtzig Prozesstage geplant. Bis ins Jahr 2021 sollen nicht nur Nicht-Steuerzahler vernommen werden. Auch Rechtsanwälte und Finanzberater gehören zum Kreis der Beschuldigten.

Goldhandel schädigt in großem Stil

Bereits 2013 hatte der Gesetzgeber eine Lücke bei den Einkommensteuergesetzen geschlossen. Dann hatte vier Jahre später der Bundesfinanzhof darüber entschieden, welche Konditionen für den Goldhandel vor der Gesetzesänderung anzuwenden waren. Gegenstand des Interesses der Augsburger Staatsanwaltschaft war dann ein Modell in Süddeutschland, das Möglichkeiten für Goldhandel bot, mit dem der Staat geschädigt wurde. Es ging um mehrere Unternehmen und deren Gesellschafter. Die Staatsanwaltschaft Augsburg hatte im Zuge ihrer Ermittlungen mehrere Verdächtige verhaftet, diese dann jedoch bald wieder freigelassen. Außerdem wurden insgesamt 21 Kisten mit Beweismaterial zusammengestellt, die dem Landgericht zur Verfügung gestellt wurden.

So schädigte Goldhandel den Staat

Wie macht man das, fragt sich der durchschnittliche Steuerzahler, wenn er die Geschichte vom umfangreichen Goldhandel liest. Wie konnten sich mit diesem System so viele reiche Menschen noch reicher gemacht haben? Das „Goldfinger“-Modell sieht anhand eines Beispiels so aus: Vor der Änderung des Steuergesetzes konnte ein deutscher Staatsbürger ein Vermögen von einer Million Euro mit einer Goldfinger-Gesellschaft in Großbritannien die Höhe seiner Einkommensteuer nahezu halbieren. Voraussetzung war, dass es sich bei dieser Gesellschaft nicht um ein Briefkasten-Unternehmen gehandelt hatte. Es musste ein tatsächlich existierendes Unternehmen sein, das Geschäfte betrieb. Man kann sich leicht vorstellen, dass jeder, der von dieser Möglichkeit des Goldhandels wusste, die Chance nutzen wollte, sein Vermögen am Staat vorbei zu vergrößern. So kam es zu den riesigen Summen, die an der deutschen Steuerkasse vorbei gingen und damit den Staat umfangreich geschädigt haben.

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