Wer Gold verkaufen will, interessiert sich natürlich für den aktuellen Goldpreis. Die Verwirrung ist oft jedoch groß, wenn man bei der Recherche im Internet oder bei verschiedenen Händlern feststellt, dass es „den einen“ Goldpreis scheinbar gar nicht gibt. Mal ist nämlich von einem Ankaufspreis die Rede, mal von einem Spotpreis und wieder ein anderes Mal von einem Schmelzpreis. Doch was sind die Unterschiede und welcher Preis ist relevant? Oder beschreiben vielleicht doch alle drei Begriffe den gleichen Goldpreis?

Der Spotpreis und seine Definition

Bei einem Spotpreis handelt es sich um den derzeitigen „live“ Marktpreis für Edelmetalle, der auf der ganzen Welt akzeptiert wird. In diesem Fall bezieht er sich auf Gold, der Begriff ist beispielsweise aber auch beim Handel von Platin, Silber oder Palladium gebräuchlich. Der Spotpreis ist ein Goldpreis, der sich permanent ändert, da er durch Angebot und Nachfrage bestimmt wird. Bei einer starken Nachfrage und einem begrenzten Angebot steigt er, umgekehrt fällt er. Er bezieht sich stets auf eine Feinunze, was 31,1 Gramm entspricht, und wird in US-Dollar ausgedrückt. Für den Goldhandel bildet er eine wichtige Grundlage, jedoch ist zu beachten, dass er immer nur eine Momentaufnahme des jetzigen Ist-Zustandes darstellt und nicht für einen zukünftigen Handel angewandt werden kann. Außerdem enthält er nicht die üblichen Aufschläge von An- und Verkäufern, die mit dem Handel einen Gewinn erzielen möchten, er ist also quasi „nackt“. Interessierte haben jederzeit die Möglichkeit, sich über den aktuellen Spot Goldpreis zu informieren, da er im Internet auf den verschiedenen Finanzportalen tagesaktuell veröffentlicht wird.

Was ist mit Schmelzpreis gemeint?

Beim Schmelzpreis handelt es sich um den Goldpreis, der sich auf den reinen Materialwert bezieht, wenn man das Produkt einschmelzen würde. Anders als bei Schmuck- oder Sammlerstücken spielen hier Aspekte wie die Seltenheit oder ein besonderes Design keine Rolle. Grundsätzlich ist der Schmelzpreis stets etwas niedriger als der aktuelle Spotpreis, da davon noch einige Faktoren abgezogen werden. Dazu gehören die Kosten für das Einschmelzen selbst, die bis zu drei Prozent betragen können, die Logistikkosten und natürlich auch die Gewinnmarge der Schmelzerei. Im Handel ist mit Schmelzgold übrigens meist jenes Gold gemeint, das sich nicht mehr weiterverkaufen lässt. Das können defekte Schmuckstücke, aber auch zerkratzte Münzen sein. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass hochwertige Münzen und Schmuckstücke ihren Schmelzwert häufig deutlich übersteigen. Der Verkauf zum Schmelzpreis lohnt sich daher in der Regel nur dann, wenn die Produkte aus verschiedenen Gründen tatsächlich keinen großen Wert mehr haben oder der Besitzer möglichst schnell liquide sein will.

Was bedeutet Ankaufspreis?

Der Ankaufspreis ist der Goldpreis, der für Sie als Verkäufer die größte Relevanz hat, denn den zahlt der Händler Ihnen beim Ankauf. Er setzt sich aus mehreren Faktoren zusammen. Ausschlaggebend für diesen Goldpreis ist beispielsweise der Feingehalt des Goldes. Es spielt also zunächst einmal eine große Rolle, ob es sich um 333er Gold oder um 900er Gold handelt, denn die Wertunterschiede können natürlich enorm sein. Ebenso ist das Gewicht der Produkte ein wichtiger Faktor. Dann wird auch der vorhin angesprochene, aktuelle Spot Goldpreis hinzugezogen, der ständigen Schwankungen unterliegt. Daraus ergibt sich ein Preis, von dem aber noch die Kosten für die Überprüfung und Weiterverarbeitung sowie die Gewinnmarge abgezogen werden. Manchmal können bestimmte Faktoren den Ankaufspreis auch noch weiter mindern: beispielsweise dann, wenn die Produkte sehr stark verunreinigt oder beschädigt sind. Der Aufwand für das Aufbereiten oder Einschmelzen wäre für den Käufer in diesem Fall nämlich höher. Ebenso sind je nach Art des Goldes teilweise Auf- und Abschläge möglich. Der Händler betrachtet das Produkt dann als Ganzes und berücksichtigt meist auch Faktoren wie Seltenheit und Design. Wichtig zu erwähnen ist zudem, dass der Goldpreis pro 0,1 Gramm Gold bei vielen Händlern nicht von der verkauften Menge abhängt. Es spielt in diesem Fall also keine Rolle, wie viel Gold Sie letztendlich veräußern, der Gramm-Goldpreis bleibt gleich.

Fazit: Es gibt nicht nur einen Goldpreis

Die drei Begriffe Spotpreis, Schmelzpreis und Ankaufspreis werden nicht synonym verwendet, sondern beschreiben tatsächlich völlig unterschiedliche Goldpreise. Darum ist es für Sie wichtig, die verschiedenen Bedeutungen zu kennen und sich außerdem vor einem Verkauf über den jeweils aktuellen Spotpreis zu informieren, da er stets als Grundlage dient.

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