Über die letzten 12 Monate erklomm der Goldpreis Monat für Monat neue Höhen. Im Umkehrschluss wurde auch all das wertvoller, was aus Gold hergestellt ist. Aus nachvollziehbaren Gründen möchten Sie, wenn Sie sich von Ihren liebsten Schmuckstücken trennen, fair dafür entlohnt werden. Aber: Nicht jedes Schmuckstück ist beim Goldankauf automatisch viel wert.

Beim Goldankauf entscheidet vor allem der Feingoldgehalt

Goldankäufer interessieren sich, wie ihre Berufsbezeichnung unschwer vermuten lässt, allen voran für Gold: Der Preis pro Feinunze (31,10 Gramm) stieg über das letzte Jahr von knapp 2.800 Euro auf mehr als 4.400 Euro. Dieser Wertzuwachs wird auch ein eventueller Verkauf goldener Schmuckstücke reflektieren, aber wie viel diese tatsächlich wert sind, ist vom eigentlichen Feingoldgehalt abhängig.

Beim Goldankauf geht es weniger um sentimentalen Wert oder aufregende Designs, auch der ursprüngliche Kaufpreis wird für den Goldhändler von keiner nennenswerten Bedeutung sein. Für den ist wichtiger, wie viel Gold in dem Schmuck steckt. Das ist für Laien oftmals gar nicht ersichtlich, denn nur wenige Schmuckstücke bestehen tatsächlich aus reinem Gold. Die meisten haben lediglich eine Goldlegierung und wurden mit anderen, weitaus weniger wertvollen Metallen kombiniert.

Legierungen lassen sich anhand der Bezeichnungen identifizieren. Schauen Sie zum Beispiel danach:

– 333er Gold bedeutet, der reine Goldanteil beziffert sich auf 33,3 %
– bei 585er Gold sind es 58,5 %
– bei 750er Gold sind es 75 %

Hier greift beim Goldankauf nun eine einfache Faustregel: Umso höher die Zahl, also der Anteil des Feingoldes, desto mehr wird der Schmuck auch beim Goldankauf bringen.

Goldhändler achten beim Goldankauf allen voran auf das Gewicht

Die Realität ist: Ihre schönen Schmuckstücke werden beim Goldankauf später eher nicht mehr an einem anderen Hals, Ohr oder Finger getragen. Beim traditionellen Goldankauf werden diese vom Goldhändler erworben, der sie anschließend einschmelzt und dann das Feingold recycelt. Deshalb kommt es, im Hinblick auf den Ankaufspreis, allen voran auf das Gewicht an.

Händler greifen hier normalerweise immer zu einer einfachen Formel: Sie multiplizieren das Gewicht mit dem Feingoldanteil und mit dem aktuellen Goldpreis. Steht der Goldpreis, wie aktuell, also sehr hoch, erhalten Sie auch mehr Geld für Ihren Schmuck. Würde sich der Goldpreis hypothetisch morgen halbieren, würden Sie auch nur ungefähr die Hälfte für dasselbe Schmuckstück ausgezahlt bekommen.

Dieser Fokus auf den Goldpreis hat einen großen Vor- ebenso wie einen erheblichen Nachteil. Der Nachteil ist offensichtlich: Beim Goldankauf spielen schöne Designs und große Handwerkskunst keine Rolle, daher dürfen Sie für beides auch keinen Aufpreis erwarten. Einen Vorteil hat das aber auch: Ist das Schmuckstück beschädigt, ist das beim Goldankauf nicht sonderlich wichtig, denn es geht ja eh nur um das Gold-Material.

Schmuckstücke, die beim Goldankauf typischerweise höhere Summen erzielen

Der Klassiker sind massive Goldketten. Das aus einem einfachen Grund: Sie sind deutlich größer als beispielsweise ein Ring, außerdem auch deutlich schwerer – in diesen steckt also einfach mehr Gold. Hochwertige Goldketten sind typischerweise aus 585er- oder 750er-Gold gefertigt, was dem erzielten Preis ebenfalls zu Gute kommt.

Ehe- und Trauringe können ebenfalls höhere Preise erzielen, wenn sie aus 750er-Gold hergestellt sind. Selbiges gilt für Goldarmbänder. Bei diesen greift dasselbe Prinzip wie zuvor: Umso massiver sie sind, desto mehr Gold steckt in diesen, was den Preis nach oben treibt. Goldringe können ebenfalls noch eine anständige Summe erzielen. Insbesondere solche für Herren, die klassisch eher etwas massiver gefertigt sind.

Zudem können Sie beim Goldankauf auch noch andere Dinge aus Gold loswerden, wie beispielsweise Golduhren, Zahngold, Bruchgold oder ältere Deko-Stücke, die Feingold enthalten.

Bringen Edelsteine einen zusätzlichen Aufpreis?

Beim klassischen Goldhändler nicht unbedingt. Im Regelfall wird das reine Gold sowieso getrennt von den Edelsteinen bewertet. Kleinere, nicht besonders rare Steine haben meist bestenfalls einen kleinen Wert. Es kann sogar sein, dass der Goldhändler einfach nur das Gold bezahlt und der Edelstein gar nicht vergütet wird. An dieser Stelle lohnt es sich, sich vor dem Goldankauf zu informieren.

Ist der Gang zum Goldhändler immer die beste Wahl?

Nein, nicht unbedingt. Stellen Sie sich vor, Sie haben eine sehr teure Schweizer Uhr. Natürlich ist es nicht sinnvoll, diese nur nach dem Goldwert zu vergüten. Uhrenhändler würden ein Vielfaches mehr dafür bezahlen. Selbiges gilt für sehr schöne Stücke von hohem Wert: Auch hier wäre es nicht sinnvoll, diese nur entsprechend des Goldwertes zu veräußern, sondern gezielt Fachhändler für solche Schmuckstücke und Antiquitäten aufzusuchen.

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